Rehkitzrettung

 

Rehmütter bringen ihre Kitze gerne im hohen Gras zur Welt. Weil der Zeitpunkt der Geburt meistens mit dem Beginn der Heuernte zusammenfällt, heisst das für den Lebensstart der kleinen Winzlinge oft nichts Gutes.

 

Während bei den erwachsenen Rehen die Überlebensstrategie die Flucht ist, vertrauen die frisch geborenen Kitze mit ihrem gefleckten Fell vollends auf ihre Tarnung. Bei Gefahr laufen sie nicht weg, sondern ducken sich ins Gras und bleiben völlig regungslos liegen. Da sie praktisch geruchlos sind, funktioniert diese Taktik auch bei Raubwild, wie zum Beispiel dem Fuchs. Absolut nutzlos sind diese von der Natur genial eingerichteten Eigenschaften gegen eine Mähmaschine. Jährlich werden, in der Schweiz, etwa 3'000 Kitze von Mähmaschinen verstümmelt oder getötet. Der Lenker der Mähmaschine hat keine Chance, die gut getarnten Kitze rechtzeitig zu entdecken.
Der Mähtod ist nicht nur für das Reh tragisch. Die Folgen können auch für das Vieh verheerend sein. Durch die Verwesung der kleinen Körper in den Heu- bzw. Siloballen droht die Entstehung von Botulinumtoxin. Dieses Nervengift kann für das Vieh tödliche Folgen haben.

Rehkitz
Rehkitz

Neu mit Drohne und Wärmebildkamera

Und nun kommen wir ins Spiel. Seit vielen Jahren schon, stellen wir uns, vom Jägerverein Ausserheinzenberg, für die Rehkitzrettung im Frondienst zur Verfügung. Durch das Anbringen von Blinklampen und wehenden Tüchern, am Abend vor Mähbeginn, werden die Rehmütter veranlasst, ihre Kitze über Nacht in Sicherheit zu bringen.

Drohne mit Wärmebildkamera (rot)
Drohne mit Wärmebildkamera (rot)

Zusätzlich zu den bisherigen Rettungsmassnahmen haben wir in diesem Jahr ein Pilotprojekt mit Drohnen für die Rehkitzortung gestartet. Das Amt für Jagd und Fischerei (AJF), der Bündner Kantonale Patentjägerverein (BKPJV), der Bündner Bauernverband (BBV) sowie der Naturpark Beverin setzen sich für die Rettung der Rehkitze aktiv ein und unterstützen das Projekt in materieller Hinsicht. Ausgewählten Jägervereinen, darunter auch unserem Verein, wurden leihweise mit Wärmebildkamera ausgerüstete

Drohnen zur Verfügung gestellt. Mit der Drohne fliegen wir meistens frühmorgens, wenn der Boden noch abgekühlt ist, in einer Höhe von rund 30 Meter, über die zu mähende Wiese. Die höchst sensible Kamera vermag aus dieser Höhe die Körperwärme von Lebewesen zu registrieren. Unsere Helfer sichern das geortete Kitz, bis die Wiese gemäht ist. Sobald die Gefahr vorüber ist, wird das Kitz wieder in die Freiheit entlassen. Unsere erste Saison mit der neuen Methode, neigt sich langsam dem Ende zu und wir konnten bis anhin hauptsächlich positive Erfahrungen sammeln. Wir durften einige Kitze retten, die Zusammenarbeit mit den Bauern klappte hervorragend und das aller Wichtigste, überall wo wir mit der Drohne geflogen sind, wurde kein Kitz verletzt oder getötet!


Dank an die Landwirte

Ob wir nun auf konventionelle Weise verblenden oder mit unserer High-Tech Drohne das Feld absuchen, haben diese Massnahmen allesamt nur dann Erfolg, wenn die Zusammenarbeit mit den Landwirten funktioniert. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an alle Landwirte am Ausserheinzenberg, welche vor Mähbeginn mit unserer Einsatzzentrale Kontakt aufgenommen haben oder noch aufnehmen werden. Die Kontaktadresse für ein Aufgebot unserer «Kitzretter» ist auch im «Pöschtli» inseriert. Der Einsatz des Rettungsteams ist für die Landwirte kostenlos und wir «Kitzretter» stellen uns gerne zur Verfügung.

Impressionen